Humanitäre Hilfe vor 25 Jahren
Treffen zum Jahrestag: THW hatte 1980 Einsatz bei Erdbeben in Süditalien. Ein schweres Erdbeben hat im Winter 1980 Süditalien erschüttert. Damals leisteten auch süddeutsche Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) Hilfe. 30 Helfer aus den Ortsverbänden Ellwangen, Landshut, Rosenheim, Traunreut und Traunstein mit ihren Familienangehörigen sind kürzlich in der THW-Unterkunft zu einem Freundschaftstreffen anlässlich ihres Auslandseinsatzes vor 25 Jahren zusammengekommen.

Dabei ließ der Ehrenvorsitzende des örtlichen Helfervereins, Ludwig Schmid, auf seine bayerisch-herzliche Art den Einsatz im Winter 1980 mit seinen ehemaligen Kameraden Revue passieren. Damals gab es beim THW noch keine SEEBA-Einsatzkräfte (Schnell-Einsatz-Einheit-Bergung-Ausland), über die heute immer wieder in den Medien berichtet wird. Doch humanitäre Hilfe war auch vor 25 Jahren kein Fremdwort bei den engagierten ehrenamtlichen Helfern des THW. Nachdem man sich im Winter 1980 in Rosenheim getroffen und Verpflegung gefasst hatte, begann für die zusammengewürfelte Truppe aus Süddeutschland eine 35-stündige Odyssee mit 20 Fahrzeugen bis zum Zielort Salerno/Neapel. Die gesamte Strecke in Italien durfte nur mit Polizeischutz und eingeschaltetem Blaulicht gefahren werden. Im dortigen Nato-Hafen bekamen die Helfer ihren Einsatzort Laviano zugewiesen.

Mit einfachsten Mitteln bewegte man Stein für Stein auf der Suche nach Überlebenden. Große Zerstörungen - 3000 Menschen und damit ein Viertel der Bevölkerung waren umgekommen -, fehlende Infrastruktur, nasskaltes Wetter, Nachbeben und ein einfaches Zeltlager ließen die Helfer so manches Mal an ihre psychischen und physischen Grenzen stoßen. In dieser Situation entwickelten sich aber auch feste Freundschaften unter den Helfern und Ortsverbänden, welche an diesem Abend wieder aufgefrischt wurden, nachdem man schon zweimal - 1988 und 2000 - den Ort Laviano privat besucht hatte. Diese Eindrücke von 1980 wurden durch einen damals vom Fernsehen gedrehten Film, einer Lichtbildervorführung und mitgebrachten Fotoalben nochmals durchlebt. Wie vor 25 Jahren am 5./6. Dezember 1980, kam auch bei diesem Treffen - wenn auch nur symbolisch - der Nikolaus mit einer kleinen Aufmerksamkeit. Diese erhielt auch Traudl Emmler in Form eines Blumenstraußes für die gelungene Organisation des Treffens. Zu Beginn hatte der Landshuter Ortsbeauftragte und Landessprecher Rudolf Skalitzky die Gäste begrüßt. Darunter waren der Geschäftsführer Helmut Königbauer aus Mühldorf, der ehemalige Geschäftsführer Joachim Weisbach aus Aalen (jetzt Göppingen) sowie der Vorsitzende des Landshuter Helfervereins, Ernst Eck.

Bericht: Landshuter Zeitung 05.12.2005
Bilder: Stefan Huber