Aufbauarbeit im Katastrophengebiet
Bernhard Herrndobler ist für sechs Monate als Helfer des THW in Banda Aceh. An vielen Unglücksstellen weltweit sind derzeit Helfer des Technischen Hilfswerk (THW) im Einsatz: nach dem verheerenden Tsunami in Südostasien, den Überflutungen in New Orleans und im Erdbebengebiet in Pakistan. Aber nicht nur die sofortige Hilfe im Katastrophenfall ist eine Aufgabe des Technischen Hilfswerk, sondern auch die Unterstützung beim Wiederaufbau im Anschluss an die Soforthilfe.

Für eine dieser langfristigen Aufgaben in der Landshuter THW-Helfer Bernhard Herrndobler seit September in Banda Aceh auf Sumatra in einem sechsmonatigen Projekteinsatz. Banda Aceh gehört zu den Gebieten, die vom Zsunami am schlimmsten getroffen wurden. ZU den Aufgaben des 33-jährigen Bauingenieurs gehört die Planung und Bauleitung von Wiederaufbauprojekten der Infrastruktur in diesem Gebiet. Bernhard Herrndobler betreut den Neubau eines zerstörten Kindergartens, die Verlegung zweier Wasserpipelines über insgesamt 14 Kilometern Länge und die Errichtung einer Wasserentnahmestelle für ein Wasserwerk zur Versorgung der rund 15000 Einwohner.

Weitere Projekte sind unter anderem die Renovierung des Krankenhauses, die Reinigung zahlreicher Hausbrunnen und der Neubau eines Dorfes für 150 Familien. Finanziert wird alles von privaten Spenden, darunter auch Michael Schumacher.

Bernhard Herrndobler gehört zu einem achtköpfigen THW-Team, das sich aus dem ganzen Bundesgebiet zusammengefunden hat und seit März diese Projektarbeit durchführt. Unterstützt werden die deutschen Helfer dabei von einheimischen Ingenieuren, Arbeitern und Übersetzern.

Neben dem anderen Lebensstil in dem muslimischen geprägten Land ist natürlich auch die Arbeit auf Baustellen in Indonesien ganz anders. "Da kommt nicht der Bagger" berichtet Herrndobler in einer E-Mail an die Kollegen in Landshut, "sondern hier wird mit Hacke, Schaufel und Schubkarre ausgehoben. Aber der Wille ist trotz Schwüle und Hitze da, es läuft halt alles ein bisschen langsamer." Trotz widriger Umständen und Entbehrungen bleibt das gute Gefühl, den Bedürftigen bald ein normales Leben zu ermöglichen. Den neun Monaten nach der Katastrophe hausen nach Angaben des Technischen Hilfswerk immer noch zahlreiche Menschen in Zeltcamps, oft nur wenige Kilometer von ihrem zerstörten alten Zuhause entfernt.

Die Erde ist noch nicht zur Ruhe gekommen. Schon in den vergangen fünf Wochen hat es viele Erdbeben mit einer Stärke von 5,5 auf der Richterskala gegeben. Nicht nur die Männer vom Technischen Hilfswerk laufen dann aus dem Haus; auch die Einheimischen reagieren aus schlechter Erfahrung heraus schnell und verstopfen die Straßen, die vom Meer wegführen.

Bericht: Landshuter Zeitung 09.11.2005
Bilder: THW