Lob an die Helfer
In Situationen wie dem Hochwasser merkt man wieder, was man an der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk hat. Natürlich: Wenn es brennt, ist die Feuerwehr da, und man ist sehr, sehr froh, dass sie da ist. Wenn eine Katze vom Baum zu holen ist, kommt auch die Feuerwehr. Selbstverständlich. Wer denn sonst ? Das ist doch ihre Aufgabe.

Es ist angebracht, einmal wieder zart ans Weinglas zu klopfen, sich zu räuspern und darauf hinzuweisen, dass die Landshuter Feuerwehr eine Freiwillige Feuerwehr ist, dass alle diese Menschen freiwillig im Einsatz sind. Dass alle diese Menschen einen Beruf haben, von dem sie sich freistellen lassen müssen, wenn ein Einsatz kommt. Und dass bei diesem Hochwasser einige Helfer 48 Stunden am Stück gearbeitet haben, nur zwei Stunden ausruhen konnten und dann wieder losgelegt haben. Sie haben Sandsäcke befüllt und aufgeschichtet, Dämme kontrolliert und Keller ausgepumpt. In ihrer Freizeit. In der Zeit also, in der andere Menschen zum Beispiel auf der Dult waren und den Einsatz der Feuerwehr und des THW allenfalls noch als Unterhaltungs-Betthupferl auf dem Heimweg mitnahmen.
Dass so viele Helfer und auch Amtsinhaber in den vergangenen Tagen bei ihrer Arbeit von - nicht ganz wenigen - Bürgern beschimpft wurden, wenn sie nicht überall gleichzeitig zur Stelle waren, ist angesichts der geleisteten Arbeit besonders unangebracht.

Bei allem Verständnis für die Bürger, deren Keller unter Wasser standen und zum Teil noch stehen: So ist das nun mal. Wenn Wassermassen kommen, müssen sie durch die Stadt geleitet werden - und sie sollen dabei möglichst wenig Schaden anrichten. Unter dieser Vorgabe haben Wasserwirtschaftsamt, Feuerwehr, THW, Hauptamt, Stadtwerke und Polizei ja zusammengearbeitet. Und: Auch vor den Kellern der Feuerwehrleute, der städtischen Angestellten und der Menschen vom Wasserwirtschaftsamt hat das Wasser nicht Halt gemacht. Und auch diese Fachleute sagen: So isses eben.
Ansonsten kann man den Verantwortlichen wohl kaum etwas vorwerfen, ja: muss sie sogar sehr loben: Die Bürger wurden rechtzeitig über die lokalen Medien und über Lautsprecher informiert. Pech freilich hatten diejenigen, die gerade im Urlaub waren und ihre Keller nicht mehr räumen konnten. Aber auf die Urlaubsplanungen nimmt die Natur nun einmal keine Rücksicht.

Philipp Seidel

Bericht: Landshuter Zeitung 31.08.2005