Die Fluten brausen durch die Stadt
Pegel stieg innerhalb einer Stunde um neun Zentimeter - Feuerwehr gibt Hinweise. Hochwasser-Spitze für heute Mittag oder Nachmittag erwartet. Das Hochwasser der Isar hat gestern Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Katastrophenschutz in Alarmbereitschaft versetzt. Der Pegel der Isar stieg am Nachmittag innerhalb einer Stunde um neun Zentimeter. Die Isar könnte noch höher steigen als beim Pfingsthochwasser 1999, sagte Peter Staudinger vom Wasserwirtschaftsamt.

Den höchsten Pegelstand erwartet Staudinger für heute Mittag oder Nachmittag. Voraussichtlich rund 1150 Kubikmeter Wasser rauschen dann pro Sekunde die Isar hinab; normalerweise sind es nur 300. "Das ist eine Hochwassersituation, wie wir sie in den letzten Jahren nicht gehabt haben", sagte Staudinger. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Katastrophenschutz haben die Bevölkerung aufgerufen, Vorkehrungen zu treffen, um die Häuser vor dem steigenden Grundwasser zu schützen (siehe Kasten ). Gestern wurde eine kleine Führungsgruppe mit Vertretern des Amts für Zivil- und Katastrophenschutz, des Wasserwirtschaftsamts, der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) zusammengerufen, um über das Vorgehen zu beraten. Wasserwirtschaftsamt und Katastrophenschutz arbeiten in solchen Fällen ohnehin eng zusammen.

Die Mitglieder des Löschzugs Rennweg der Feuerwehr waren gestern unterwegs, um die Dämme entlang der Isar zu kontrollieren. Der Löschzug wurde speziell für die Hochwasserabwehr geschult. Mitarbeiter der Feuerwehr und des THW haben Sandsäcke befüllt und zur Abholung bereitgestellt. Die Abgabe erfolgt bei der Hauptfeuerwache an der Niedermayerstraße.

"Es ist ein großes Glück, dass die Flutmulde da ist", sagte Stadtbrandrat Erich Gahr. Sollten die prognostizierten 1150 Kubikmeter Wasser pro Sekunde kommen, verteilen sich die Wassermassen auf drei Abläufe: Die kleine Isar nimmt 500 Kubikmeter pro Sekunde auf, die große Isar 400. Der Rest läuft durch die Flutmulde. Die springt an, sobald der Isarpegel drei Meter erreicht. "Ab 3,70 Meter wird's dramatisch", sagte Johann Heinrich, der Leiter des Amts für Zivil- und Katastrophenschutz. "Es besteht die Gefahr, dass Wasser in die Keller kommt", sagte Stadtbrandrat Gahr. Er rief die Bevölkerung in den gefährdeten Gebieten dazu auf, soweit möglich Vorkehrungen zu treffen. Wer 1999 vom Hochwasser betroffen war, sollte jetzt auch seinen Keller ausräumen. Es könne, müsse aber nicht so schlimm werden wie vor sechs Jahren, betonte Gahr.
Wie schlimm die Auswirkungen des Hochwassers tatsächlich sind, hängt davon ab, wie lange der hohe Pegel anhält. 1999 hatte der Spuk nur wenige Stunden gedauert, das Schlimmste blieb damals aus. "Wir gehen davon aus, dass wir das Wasser schadlos durch die Stadt leiten können", sagte Peter Staudinger vom Wasserwirtschaftsamt gestern Abend auf Anfrage. Im oberen Isarlauf sei der Regen etwas zurückgegangen, was eine ausreichende Entlastung bringen könnte.

Katastrophenalarm wie im Allgäu werde es in Landshut aber wohl nicht geben. Das wäre erst der Fall, wenn auch die Flutmulde mit den Wassermassen nicht mehr fertig werden könnte.

Philipp Seidel

Bericht: Landshuter Zeitung 25.08.2005
Bilder: Landshuter Zeitung 25.08.2005