Sicherheit groß geschrieben: THW, Feuerwehr, Rotes Kreuz und Polizei sind überall präsent. Letzte Vorbereitungen für die Landshuter Hochzeit. Bekanntermaßen ist die Stadt während der Landshuter Hochzeit vor allem beim Hochzeitszug gnadenlos überfüllt. Zu den Gästen auf den Tribünen kommen noch die vielen hinzu, die keine Karten ergattert haben und sich deshalb mit Klappstühlen, Sonnenschirmen und Brotzeit ausgerüstet am Straßenrand ein Sitz- oder Stehplätzchen suchen.
Eine ungewohnte Situation stellen diese Menschenmassen auch für die Hilfsorganisationen dar. Diese sind laut eigenen Angaben aber mit einem Sicherheitskozept gut gewappnet, um sich im Notfall einen Weg durch die Massen zu bahnen und viele Verletzte auf einmal versorgen zu können. Während die Mitwirkenden an der Landshuter Hochzeit ihre Generalproben absolvieren, laufen parallel dazu auch bei den Hilfsorganisationen die letzten Vorbereitungen. Feuerwehr, Technisches Hilfswerks, Rotes Kreuz und Polizei haben sich an einen Tisch gesetzt und gemeinsam den großen Einsatz geplant. Eine Kommunikationszentrale am Bernlochnerparkplatz mit Computer, Fax, Telefon und Funk soll die Hilfskräfte miteinander verbinden. Sie wollen sich gegenseitig unterstützen und ergänzen. "Die eine Hand soll wissen, was die andere tut", sagte Herbert Volkmer, Einsatzleiter beim Bayerischen Roten Kreuz. Das Technische Hilfswerk ist beispielsweise für die Absperrungen verantwortlich. An mehreren Stellen werden so genannte Durchlaufstellen freigehalten. Es gilt deshalb, für alle Gäste ohne Tribünenplatz: Dort dürfen keine Stühle oder Bierbänke aufgestellt werden. Die Rettungswägen müssen diese Knotenpunkte im Notfall sofort passieren können.
120 Rettungskräfte im Einsatz
An mehreren Stellen in der Altstadt und Neustadt befinden sich Sani tätsstationen: in der Residenz, bei der Volkshochschule, bei der Heilig-Geist-Kirche, beim Rathaus und der Ursulinenrealschule. Außerdem sind an allen Tribünen zwei Sanitäter vor Ort, weitere gehen in der Altstadt auf und ab. Das BRK setzt heuer erstmals eine Motorradstreife ein. Insgesamt sind um die 120 Einsatzkräfte des BRK mit sechs Ärzten unterwegs. Bei großen Veranstaltungen wie dem Fest- und Tanzspiel, dem Mummenschanz und den Reiter- und Ritterturniere wird das Rote Kreuz ebenfalls in Notfällen vor Ort sein. Bei letzterem sind sie vor allem für die Gäste zuständig. Denn den Rittern und Mitwirkenden haben die Förderer eigene Ärzte zur Seite gestellt. Trotzdem versucht man sich zu ergänzen, sagte Volkmer.
Markante Gefahrenpunkte hat die Feuerwehr bei einer Begehung eingehend studiert und die nächste Wasserstelle geortet. In der Innenstadt, zum Beispiel an der oberenen und unteren Ländgasse sowie an der alten Bergstraße, wird die Wehr rund sieben Fahrzeuge positionieren, die sofort zur Stelle sein können, teilte Stadtbrandrat Erich Gahr mit. In den Wachen an der Niedermayerstraße und in Achdorf sitzen Einsatzkräfte bereit, die mit weiteren Fahrzeugen so schnell wie möglich in der Altstadt oder auf der Ringelstecherwiese sein können. Besonders geschützt werden die Fest- und Tanzspiele. Sechs Feuerwehrmänner haben im Rathausprunksaal und in den Nebenräumen die Aufgabe, sich um die Pagen zu kümmern, die ihre Kerzen immer wieder anzünden und ausblasen müssen. Große Flammen des Feuerspuckers erhellen beim Festspiel den historischen Rathausprunksaal oder den Turnier-, Lager- und Zehrplatz: Sollte diese außer Kontrolle geraten, ist auch hier die Feuerwehr sofort da. Dafür und für alle anderen eventuellen Notfälle könne die Feuerwehr, Sanitätsdienst und THW sofort von der Dultwache im Zeughaus zum Einsatz ausrücken.
Hitze ist das größte Problem
Eine wichtige Aufgabe übernimmt das Technische Hilfswerk mit der Sicherung des Festzuges und der Absperrung der Umzugsstrecke. Von einem THW-Einsatzwagen aus wird per Lautsprecher das Startsignal für den Zug gegeben. Außerdem fährt ein Einsatzwagen hinter dem Zug her. Weitere Helfer sind beim Rathaus, am Bischof-Sailer-Platz und auf der Grieserwiese stationiert, und hoffen, dass sie nicht ausrücken müssen. Mehr als 200 Männer sind für das Technische Hilfswerk im Einsatz - 70 Leute von der eigenen Ortsgruppe und der Rest kommt aus ganz Bayern. Der Bereitschaftsdienst des THW erstreckt sich bis zu den Reiter- und Ritterturnieren. Mit einem Kranwagen haben sie die nötige Ausrüstung, um ein Pferd vom Platz holen zu können. Die Polizei wird Ansprechpartner im Notfall sein, heißt es von Seiten der Polizei. Dies gelte für das Massenereignis Landshuter Hochzeit genauso wie für alle anderen großen Veranstaltungen. Die Hitze und die Massen werden den Hilfsorganisationen am meisten zu schaffen machen. Sie werden vor allem mit Hitzeanfällen, Insektenstichen und Kindern zu tun haben, die ihre Eltern nicht mehr finden, weiß der Pressesprecher des THW, Stefan Huber. Alle Hilfskräfte sind bei ihrer Arbeit auch darauf angewiesen, dass die Menschen mithelfen. Deshalb geht ein Appell in Richtung Besucher: eine Rettungsgasse bilden, die Rettungseinsätze vorbeilassen und im Notfall Erste Hilfe leisten. In Sachen Hitze rät Herbert Volkmer vor allem eins: Trinken, trinken, trinken. Sonnenschutz, Creme und Kopfbedeckung sollten auch nicht fehlen, vor allem wenn man Stunden ausharrt, um gute Plätze zu bekommen.
-so-
Bericht: Landshuter Zeitung 23.06.2005 Bilder: Michael Ebner |