Pilgern auf dem Weg des Glaubens
4000 bis 5000 Menschen bei der Fronleichnamsprozession dabei. "Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm." Dieses Christus-Wort aus dem Johannesevangelium bildete das Motto, unter dem zwischen 4000 und 5000 Landshuter am Donnerstag Fronleichnam feierten und vom Dreifaltigkeitsplatz bis zum Kloster Seligenthal pilgerten. Die Gegenwart des Herrn bezeichnete Stiftspropst Monsignore Bernhard Schömann als den eigentlichen Grund, "warum wir hier zusammenkommen". Das Ambiente hätte nicht besser sein können für das Hochfest des Leibes und des Blutes Christi. Kein Regentropfen trübte die festliche Stimmung. Stattdessen gab es einen Bilderbuchsonnentag. Und dem Aufruf, ihre Häuser zu schmücken, waren die Landshuter zwischen Dreifaltigkeitsplatz und Kloster Seligenthal reichlich nachgekommen. Die Teilnehmer der Prozession zogen an Hunderten von Birkenbäumchen und -zweigen vorbei. Mit Birkenbäumchen war auch die übrige Innenstadt geschmückt.

Gelb-weiß leuchteten die Flaggen des Vatikans. Die Flaggen der Stadt erstrahlten in rot-weiß, die des Freistaats in weiß-blau. An einigen Gebäuden prangten Landshuter Hochzeitstücher. Die Vatikanfarben wiederum dominierten den Blumenschmuck auf den Altären in der Basilika und denen der Prozession. Die Fenstertücher am Martinsfriedhof trugen die Schlusssteinmotive von St. Martin.

Mit dem Fronleichnamsvormittag war der Stiftspropst sehr zufrieden. Besonders freute er sich darüber, dass fast alle Cafebetreiber und Kneipiers während der Prozession auf einen Betrieb im Freien verzichtet hatten. Geärgert hat ihn freilich das lautstarke Rufen, das aus einem Haus in der Länd zu hören war. Schömann: "Aber ansonsten war alles in Ordnung." Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz, Malteser und die Leute des Technischen Hilfswerks (THW) hatten kaum zu tun. Es ging lediglich darum, den Weg zwischen Dreifaltigkeitsplatz und Kloster Seligenthal frei zu halten. Einige Mitarbeiter des THW trugen Lautsprecher mit sich, damit alle Teilnehmer der Prozession Fürbitten und Segenssprüche hören konnten.

Vor der Prozession hatte der Stiftspropst den theologischen Gehalt von Fronleichnam verdeutlicht: Im Mittelpunkt stehe die Gegenwart des auferstandenen Herrn im eucharistischen Sakrament. Sie bilde den Kern, aus dem heraus die Kirche lebe und durch den sie überhaupt ihre Existenzberechtigung beziehe. Die Gegenwart des auferstandenen Herrn sei deshalb der eigentliche Grund des Treffens. Offenkundiges Zeichen war die Monstranz, in der das Allerheiligste mitgeführt wurde.

-rüd-

Bericht: Landshuter Zeitung 28.05.2005
Bilder: Landshuter Zeitung 28.05.2005