Fransen, Ponys und viel Farbe
Beobachtungen beim 37. Niederbayerischen Lehrlingspreisfrisieren Ausschließlich um die Schönheit ging es am Sonntag beim Niederbayerischen Lehrlingspreisfrisieren im Showroom des Audi-Zentrums an der Liebigstraße. Typgerechtes Make-up, moderne Frisuren für Damen und Herren und nicht zuletzt eine festliche Hochsteckfrisur an Kindermodels waren angesagt, 47 angehende Friseusen und Friseure zeigten, was sie bis jetzt gelernt haben.

Die zahlreichen Beobachter des Wettbewerbs - Berufskollegen, die Eltern der Models und modisch interessierte Flaneure am Rande des verkaufsoffenen Sonntags im Industriegebiet - erlebten, wie die aktuellen Frisuren des Modefrühlings entsteht. Leicht aufgeregte Nachwuchscoiffeure arbeiteten an nicht minder erwartungsvollen Frisurenmodellen, um auf deren Köpfen asymmetrisch angelegte, immer etwas strähnig wirkende Frisuren entstehen zu lassen. "Der aktuelle Stil verzichtet auf gerade Konturen, ist fedrig-locker und wird luftig angelegt", erklärte Innungsobermeister Albert Huber aus Velden, der oberste Verantwortliche des Wettbewerbs. Mal lockig, mal gerade: Vor allem lässig-locker wollen die jungen Damen heute aussehen, jegliche Strenge scheint verpönt. Zusätzlich seien ausgeprägte Ponys wieder auf dem Vormarsch, erklärte Huber, der auch darauf hinwies, dass ausgesprochen modische Frisuren derzeit wieder mit dem Messer geschnitten werden.

Bei den jungen Männern nimmt die Haarlänge zu - nicht nur in Landshut. Dabei gibt es zwei Trends: Bei den Kurzhaarfrisuren bleibt das Deckhaar länger und die Seiten werden kurz, also mit freiem Blick auf die Ohren geschnitten. Bei den lang wirkenden Frisuren werden die seitlichen Haare schlank gehalten. Beiden Stilen gemeinsam ist, dass die Haare nicht ausgedünnt, sondern mit dem Messer strähnig geschnitten werden. Zusätzlich ist bei nahezu jeder Frisur heute Farbe angesagt, so der Innungsobermeister, "weil man damit Effekte erzielen kann, die eine interessante Ausstrahlung ergeben".

Um ein typgerechtes Make-up und um die erforderliche Farbharmonie ging es beim kosmetischen Teil des Wettbewerbs, bei dem es auch einen eigenen Durchgang für ausgefallenes Nagel-Design gab. Und einen "Landshuter-Hochzeits-Pokal" gab es in der Ausscheidung "Phantasie-Make-up", bei dem neben Sauberkeit und Technik vor allem die Idee und die Ästhetik eine Rolle spielten. Der herzigste Teil des Wettbewerbs waren die Hochsteckfrisuren an den Kindermodellen, die zu Anlässen wie Erstkommunion oder Blumenmädchen bei einer Hochzeit passen sollten. Die kleinen Models waren zum Teil schon im Kommuniongewand zum Wettbewerb gekommen und präsentierten sich am Ende voller Stolz mit ihrem festlichen Kopfputz.

In diesem Jahr wechselte die Innung für das Preisfrisieren den Veranstaltungsort: Statt im Bernlochner fand der Wettbewerb in der Ausstellungshalle des Audi-Zentrums statt. Neben Einsparungen bei der Miete freute sich Albert Huber aber auch über die tollen Lichtverhältnisse, die das Arbeiten sehr erleichtert hätten, sowie über den schönen Einblick von der Straße her. Dafür nahm man auch in Kauf, dass rund ein Dutzend Mitarbeiter der Innung ehrenamtlich drei Tage lang mit dem Auf- und Abbau beschäftigt waren. Ein Engpass, der sich bei der Energieversorgung abzeichnete, wurde vom THW überbrückt: Mit einem 50-Kilowatt-Stromaggregat war den ganzen Tag über für ausreichend Power für die Profi-Föhns gesorgt.

-gs-

Bericht: Landshuter Zeitung 07.03.2005
Bilder: Landshuter Zeitung 07.03.2005