"Trinkwasserversorgungwar das größte Problem"
Es ist noch keine zwei Monate her, da verwüstete die riesige Flutwelle weite Teile Südostasiens. Erschreckend waren die Bilder in Zeitungen und im Fernsehen, die sich in den Köpfen eingebrannt haben. Für einen Landshuter war diese Flutkatastrophe allerdings eine große Herausforderung: Rudolf Hattenkofer, Leiter der Tauchgruppe des Technischen Hiflswerks (THW), wurde zum Einsatz ins Krisengebiet auf die Malediven komandiert und fungierte dort als stellvertretender Einsatzleiter. "Am 29. Dezember kam der Anruf des Koordinators aus dem THW-Quartier. Da wusste ich sofort, was los war", erinnert sich der 37-Jährige. Tags drauf ging's dann für die 24-köpfige THW-Gruppe aus ganz Deutschland mit dem Flugzeug Richtung Asien. Von den 1.190 Inseln der Malediven (davon 200 bewohnt und 88 reine Touristeninseln) waren einige total zerstört. "Ein Teil von diesen Inseln wird komplett neu aufgebaut, ein Teil ganz abgesiedelt", berichtet Rudolf Hattenkofer. Sein Einsatzgebiet war das Thaa-Atoll im südlichen Teil der Malediven und dort hauptsächlich die Insel Vilufuschi. Schnell wurde klar, dass das mit Abstand größte Problem die fehlende Trinkwasserversorgung war. Darum setzten die THWler alles daran, möglichst schnell genügend Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen zu installieren. "Das klappte recht schnell und die Umwandlung von Meer- zu Trinkwasser lief dann auch ziemlich unproblematisch." Die Anlagen liefen fast rund um die Uhr und das Wasser wurde in großen Tanks in weite Teile der Region gebracht. "Viele Einheimische kamen allerdings mit Schubkarren voll Trinkflaschen", so Rudolf Hattenkofer.

Die Soforthilfe sei nun abgeschlossen, weiß der Landshuter, der am Montag letzter Woche nach Landshut zurückgekehrt ist. Um den Betroffenen aber weiter die Trinkwasserversorgung zu gewährleisten, hat seine THW-Gruppe einige Einheimisch an den Geräten geschult, und die Anlagen sowie Ersatzteile vor Ort zurückgelassen. Die große Frage sei nun, ob es die Regierung in Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen schaffe, die langfristige Umsetzung und den Wiederaufbau in die Tat umsetzen zu können, befürchtet der 37-Jährige. Denn gerade weil das Land vom Tourismus lebe, sei es wichtig, die Touristen wieder aufnehmen zu können. Im Vergleich zu Indonesien oder Indien seien die Malediven aber noch relativ glimpflich davon gekommen. "Von der herrlichen Natur ist zum Glück nur wenig zerstört worden", berichtet THW-Retter Rudolf Hattenkofer.

Tobias Griesser

Bericht: Wochenblatt 23.02.2005
Bilder: Tobias Griesser