Jugendarbeit hat hohen Stellenwert
THW-Jugend und Ortsverband leisteten 49 600 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Die Jugendgruppe des Technischen Hilfswerkes (THW) hat bei einem bundesweiten Homepage-Wettbewerb den ersten Preis gewonnen - für das THW eine schöne Überraschung im vergangenen Jahr. "Insgesamt haben 299 Mitglieder viele Stunden ehrenamtlichen Dienst beim THW geleistet", sagte Rudolf Skalitzky, Vorsitzender des THW-Ortsverbandes bei der Mitgliederversammlung am Freitag in der THW-Unterkunft an der Alten Regensburgerstraße.

Ernst Eck, der frisch gewählte Vorsitzende des THW-Fördervereins - dieser Verein wirkt sozusagen als Aufsichtsorgan über das Vermögen des Vereins - überreichte beim Empfang seinem Vorgänger Ludwig Schmid eine Urkunde für seine Verdienste um das THW. Laut Skalitzky ist er zwar immer "eine harte Nuss" gewesen, wenn es darum ging, einen Zuschuss für eine Beschaffung aus dem Verein zu holen. "Doch die wirklich wichtigen Dinge hat der Förderverein immer bereitwillig finanziell unterstützt." Im vergangenen Jahr habe der Förderverein beispielsweise eine Lichttraverse, mit der Einsatzstellen beleuchtet werden können, und einen Verkehrsleitanhänger finanziert. Beides seien wichtige Geräte, die die Einsatzfähigkeit des Ortsverbandes steigern. Außerdem wurde im vergangenen Jahr das Gebäude vergrößert. So können nun auch Fahrzeuge, die vorher im Freien parken mussten, in die Garage gefahren werden. Des Weiteren wurde eine Fertiggarage gebaut, die für die Unterbringung des Ölwehranhängers der "Transalpin Ölleitung" genützt wird. Dieses Gebäude wurde in den Anbau integriert.

299 Mitglieder

Der Ortsverband verzeichnete zum Ende des vergangenen Jahre 299 Mitglieder, davon 107 aktive Helfer und 62 Junghelfer und Reserve- und Althelfer. Viele ehrenamtliche Stunden haben die Mitglieder bei ihrer Arbeit im Verein mit Einsätzen, Ausbildung und anderen Tätigkeiten zugebracht: knapp 49 600. "Wenn man die Summe rein rechnerisch auf die Mitglieder umrechnet, ergibt sich eine Durchschnittsleistung von 165 Stunden pro Helfer", sagte Skalitzky. Etwa 20 000 Stunden ehrenamtliches Engagement und Ausbildung wurden von der Jugend des Technischen Hilfswerkes geleistet.

Auch der stellvertretende Landrat Max Wimmer freute sich über die aktive Jugendarbeit des THW. Es sei wichtig, dass es Vorbilder wie den langjährigen Vorsitzenden Ludwig Schmid gebe, und erfahrene Leute, die ihr Wissen und ihre Motivation an den Nachwuchs weitergeben. "Die Zukunft des THW ist stabil", sagte Wimmer.

Einen unerwarteten Erfolg konnte die THW-Jugend bei ihrer Kleidersammlung verzeichnen. Dabei ist sie auf eine große Spendenbereitschaft der Bevölkerung gestoßen. Viel Arbeit hatten die Jugendlichen mit dem Sortieren und Verpacken der Kleidung. Dann hat der Ortsverband beinahe drei komplette Lastzüge zur zentralen Sammelstelle nach Heiligenhaus bei Essen transportiert - und ist dabei fast an die Grenzen seiner logistischen Kapazitäten gestoßen. Engagiert hat sich die Jugendgruppe auch beim Stadtparkfest und beim bundesweiten Girls-Day. Ihren ehrenamtlichen Dienst hat der THW-Ortsverband zum Beispiel bei der Renaturierung von Hochmooren im Bayerischen Wald sowie bei einer Fußwallfahrt und beim Gäubodenfestzug geleistet.

Große Potenziale

In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr kämpfte das THW im Mai des vergangenen Jahres gegen die Flammen, die die "Rollerschmiede" zerstörten. Zum Ende des Jahres hat man - in Zusammenarbeit mit den Feuerwehren aus dem Landkreis - bei einer Großübung am Bahnhof an Gefahrenguttransportern teilgenommen. "In Harmonie mit dem Roten Kreuz, der Wasserwacht und der Feuerwehr hat das THW große Potenziale", sagte Ehrenortsbeauftragter Herbert Huber und lobte damit die gute Zusammenarbeit zwischen den Hilfsorganisationen.

Des Weiteren war das Technische Hilfswerk bei einigen Filmproduktionen mit ihrer Gerätschaft behilflich. Unterstützt wurden auch die Förderer bei Großveranstaltungen. Eine Bootsfahrt wurde für den Bund der Architekten organisiert. Bei einem der vielen Sturmeinsätze musste sogar eine Jugendgruppe evakuiert werden.

Die Tauchgruppe hat im vergangenen Jahr den Donaudurchbruch bei Weltenburg und das unterirdische Trinkwasser-Kanalsystem des Landshuter Bauzunfthauses erkundet. In Zusammenarbeit mit anderen Ortsverbänden war die Gruppe bei Schneidearbeiten unter Wasser dabei und hat an einer bayernweiten Übung bei Forchheim teilgenommen. Rudi Hattenkofer war nicht nur im Tsunamigebiet, sondern auch für mehrere Wochen bei einem UN-Projekt im Tschad. Dort wurden lebenswichtige Landebahnen von zerstörten Regionalflugplätzen wiederhergestellt. Dirk-Hubertus Bosse bezeichnete Hattenkofer als einen Botschafter der Hilfsbereitschaft par excellence.

Zahlreiche Mitglieder wurden für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt und einige erhielten das Helferzeichen in Gold oder in Gold mit Kranz

Diese Mitglieder wurden geehrt

Das Helferzeichen in Gold mit Kranz erhielten Alexander Winkler, Helmut Kurz, Harald Behr, Michael Deutsch und Axel Wythe. Mit den Helferzeichen in Gold wurden Ralf Bohrmann, Michael Wolter, Markus Obermeier, Marc-Andre´Ciesiolka, Florian Rauscher, Markus Rager, Christian Scheumeier und Markus Martincevic ausgezeichnet.

Bereits 40 Jahre ist Gotthard Simnacher Mitglied. 30 Jahre sind Christian Steer, Klaus Kollmeder, Werner Klinger, Peter Frimberger und Frank Michael Wythe beim Technischen Hilfswerk. Für 20 Jahre Mitgliedschaft wurden Christian Ring und Helmut Kurz geehrt.

Eine Zugehörigkeitsurkunde für 10 Jahre wurden Franziska Kullak, Michael Rott, Florian Brunner, Christian Ginzinger und Michael Wolter überreicht.

-so-

Bericht: Landshuter Zeitung 22.02.2005
Bilder: Stefan Huber