Jetzt fehlt nur noch ein Umzug
Zum Zinkenfasching kamen gestern zwischen 6000 und 7000 begeisterte Narren. Der Narrhalla-Präsident ist zufrieden, hat aber einen Traum. Das Wetter hätte für den Zinkenfasching gestern nicht besser sein können. Fast schon laue Temperaturen sorgten dafür, dass zwischen 6000 und 7000 fröhliche Narren in der Altstadt Party machten. Einen Umzug wie vor drei Jahren gab's zwar nicht. Aber vielleicht ist das 2006 der Fall. Narrhalla-Präsident Werner Scherer jedenfalls ist zuversichtlich. Mit Oberbürgermeister Hans Rampf stehe er in entsprechenden Verhandlungen, wie er sagte.

"Spaß muss sein", verkündete gutgelaunt Hans Rampf am Mittag vor dem Rathaus. Mit einer roten Plastiknase verkleidet machte der Oberbürgermeister aber auch deutlich, dass hinter all dem Feiern zudem ein karitativer Zweck steckte: 15 Mitglieder der Jugendgruppe des Technischen Hilfswerks (THW) waren unterwegs, um 3000 Nasen für einen Euro das Stück zu verkaufen. Der Erlös der Spendenaktion kommt dem Verein Little Smile zugute, der mit dem Geld seinerseits Flutopfern in Sri Lanka hilft. Sollten die Nasen nicht alle verkauft werden, werde er den Rest aus eigener Tasche dazulegen, versprach Rampf. Die Idee, dass sich THW-Jugendliche beim Verkauf engagieren, kam von Helmut Malik. Der Mann, der bei der Stadtverwaltung arbeitet, ist beim THW in der Fachgruppe Wassergefahren aktiv.

Von Mittag bis 18 Uhr wurde die Fußgängerzone ihrem Namen souverän gerecht. Das von der Stadt organisierte Treiben zwischen Rosengasse und Theaterstraße nutzten zwischen 6000 und 7000 Landshuter und Auswärtige, wie Verkehrsdirektor Kurt Weinzierl gestern Abend schätzte.

Durch die Altstadt schoben sich Krokodile, Knastbrüder, Teufel, Clowns, Hexen, Engelchen, ein Moshammer samt Daisy, Schiedsrichter, käufliche Spieler und Leute mit undefinierbarer Verkleidung. Sorgen, nichts zu essen oder zu trinken zu bekommen, musste sich niemand machen. Longdrinks, Bier, Kaffee, Wurstsemmeln, Mandeln, Popcorn, Zuckerwatte und andere Leckereien gab's zuhauf. Die Abtanzmusik lieferten Radio Trausnitz und Galaxy. Der letze Faschingstag bedeutete auch den letzten Arbeitstag der Narrhalla. Prinzessin Tatjana I., Prinz Erhard I. und die Prinzengarde zeigten einem begeisterten Publikum noch einmal einen Ausschnitt dessen, was sie in den vergangenen Wochen bei diversen Auftritten tanzten. Narrhalla-Präsident Werner Scherer war begeistert vom Zinkenfasching. Überschwänglich lobte er auch die Landshuter und Faschingsfreunde aus dem Umland, die in die Altstadt gekommen waren: "Da tobt der Bär." Und im kommenden Jahr soll er noch viel heftiger toben. Scherer ist zuversichtlich, dass es 2006 wieder einen Faschingsumzug geben wird. Mit dem Oberbürgermeister, der gestern einen Narrhalla-Orden bekam, verhandle er derzeit über einen Umzug. Die bedeutendste offene Frage sei die der Finanzierung. "Ein Umzug wäre das Sahnehäubchen", charakterisierte Scherer die Bedeutung eines solchen. Den Faschingsumzug 2002 hatten sich 40 000 Menschen angeschaut.

Wie Kurt Weinzierl sagte auch Werner Scherer, dass sich in Landshut viel bewege, wenn etwas angeboten werde. Scherer: "Die Landshuter wollen, dass etwas los ist in ihrer Stadt." Los war in dieser Saison offenbar einiges. Mit dem kurzen aber intensiven Fasching war der Narrhalla-Präsident zufrieden. Einen Wermutstropfen gab es allerdings. Die Bälle seien von weniger Leuten besucht worden als zuvor. Dies gelte aber nicht allein für Landshut, sondern für die gesamte Region. Scherer vermutet, dass dies mit der wirtschaftlichen Lage zu tun hat. "Da überlegen sich die Leute schon, auf wie viele Bälle sie gehen." Aber der Narrhalla-Präsident blickte optimistisch in die Zukunft. Die Situation werde sich irgendwann auch wieder ändern. Siegfried Rüdenauer


Bericht: Landshuter Zeitung 09.02.2005
Bilder: Landshuter Zeitung