Dr. Herbert Huber wird siebzig
Ministerpräsident Stoiber gratuliert dem früheren Staatskanzleichef und Staatssekretär. Dr. Herbert Huber wird heute 70 Jahre alt. Damit feiert ein Mann Geburtstag, der viele Jahre als Abgeordneter den Stimmkreis Landshut im Landtag vertrat, dem bayerischen Kabinett in verschiedenen Funktionen angehört hat, als Medienpolitiker bekannt ist und zusammen mit Hansjörg Mößmer das dienstälteste Mitglied des Stadtrats ist.

Am 3. Februar 1935 in Landshut geboren, besuchte Herbert Huber in den Kriegsjahren 1941 bis 1945 die Martinsschule, deren Gebäude damals als Lazarett diente, weshalb der Unterricht andernorts, zum Beispiel im alten Arbeitsamt, abgehalten werden musste. Mit dem ersten Nachkriegsjahrgang trat er in das humanistische Gymnasium, das heutige Hans-Carossa-Gymnasium, ein und legte 1954 das Abitur ab. Es folgte das Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München, das er zeitweise unterbrach, um einen als Werkstudent gefassten Plan zu verwirklichen, nämlich eine Metzgerlehre bei Max Schöner, dem Gründer der ersten Bayerischen Fleischerschule, zu absolvieren. Nach der Meisterprüfung 1959 folgte 1961 das Examen zum Diplomkaufmann an der LMU. Fortan war Herbert Huber als Dozent der Handwerkskammer sowie als Fachlehrer, später als Leiter und schließlich als Inhaber der ältesten und größten privaten Fachschule ihrer Art, der heutigen ersten Bayerischen Fleischerschule, Fachakademie des Fleischerhandwerks Dr. Herbert Huber GmbH, tätig. Zirka 16 000 junge Handwerker aus der gesamten Bundesrepublik und nicht wenige aus dem Ausland hat er in mehreren, vor allem betriebswirtschaftlichen und fachtheoretischen Fächern zur Meisterprüfung geführt.

Seit 1966 im Stadtrat

Schon früh zog es den heutigen Jubilar in die Politik. 1966 wurde er zusammen mit Josef Deimer und Hansjörg Mößmer erstmals in den Stadtrat gewählt, dem er noch heute angehört. Von 1969 an war er zunächst stellvertretender und von 1972 bis 1990 Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion. 1970 zog Huber, zugleich Nachfolger von OB Deimer, als direkt gewählter Abgeordneter in den Landtag ein. Dieses Mandat nahm er bis 1996 wahr. Er gehörte unter anderem dem Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr, dem Haushaltausschuss und dem Ausschuss für Umweltfragen an, dessen Vorsitzender er von 1987 bis 1990 war. Darüber hinaus war er von 1986 bis 1990 Mitglied im Vorstand der CSU-Landtagsfraktion. Fast 20 Jahre lang war Herbert Huber Mitglied des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks. 1990 wurde er, inzwischen an der Universität Regensburg zum Dr. rer. pol. promoviert (1988), von Ministerpräsident Max Streibl als Innen-Staatssekretär in das Kabinett berufen. Er war in den vollen fünf Jahren seiner Kabinettszeit außerdem Leiter der Staatskanzlei und Staatssekretär im Ministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen. 1996 beauftragte ihn Ministerpräsident Edmund Stoiber mit dem Aufbau des FilmFernsehFonds (FFF) Bayern. Für dieses Amt hatte auch der frühere Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks, Wolf Feller, Interesse bekundet.

Allerdings vollzog sich die Errichtung dieser bedeutenden medienpolitischen Förderinstitution, die zu über 50 Prozent dem Freistaat, im Übrigen den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern gehört, schneller als erwartet und hatte wegen des Gesetzes über die Unvereinbarkeit der Ämter zur Folge, dass Herbert Huber nicht nur aus dem Kabinett, sondern auch aus dem Landtag ausscheiden musste. Die Tätigkeit als Präsident des FFF war mit vielen Auslandsreisen verbunden, unter anderem nach Hongkong, Shanghai und zur Oscar-Preisverleihung nach Hollywood mit Caroline Link und ihrem geförderten Film "Jenseits der Stille".

Herbert Huber war von 1971 bis 1982 Kreisvorsitzender der Landshuter CSU und von 1976 bis 1997 stellvertretender Bezirksvorsitzender und von 1993 bis 1995 Mitglied im CSU-Landesvorstand. Zweieinhalb Jahre war Dr. Huber auch im Rahmen des SAT.1-Programms mit einer eigenen Politik-Talk-Sendung für CAMP-TV ("Herbert Huber und Gäste") als Moderator tätig.

Engagement im THW

Der Jubilar bekleidete viele Ehrenämter; so war er unter anderem 25 Jahre lang Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerks Landshut, wofür ihm 1993 der Titel "Ehrenortsbeauftragter" verliehen wurde. 1998 ernannte ihn die reputierte Hochschule für Fernsehen und Film in München zum Ehrensenator und im November 2000 wurde der Inhaber des "Goldenen Meisterbriefes" in den Gewerberat des ostbayerischen Handwerks berufen.

Herbert Huber erhielt viele Auszeichnungen. Darunter den Ehrenring der Stadt Landshut (1995), den bayerischen Verdienstorden (1980), die bayerische Verfassungsmedaille in Gold (1995) und das große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Noch heute ist der Jubilar Vorsitzender der CSU-Filmkommission, ein Amt, das er seit 1973 ausübt. Darüber hinaus bringt er sein Wissen und seine Erfahrung in verschiedenen Institutionen und Gremien der Medienwirtschaft ein und kümmert sich ganz besonders um die handwerkliche Meisterausbildung.

Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber hat Herbert Huber in einem persönlich gehaltenen Brief zu seinem 70. Geburtstag gratuliert: "Wenn du an diesem besonderen Ehrentag auf deine Laufbahn als aktiver Politiker zurückblickst, kannst du zufrieden sein mit dem, was du geleistet hast", schreibt der Ministerpräsident, der Huber zugleich attestiert, er zähle zu den markantesten Persönlichkeiten der niederbayerischen Politik. Ausdrücklich betont Stoiber Hubers Engagement für die moderne Medienpolitik und stellt fest: "Filmförderung in Bayern ist dir nicht nur ein wirtschaftliches, sondern ebenso ein künstlerisches Thema und nicht zuletzt ein persönliches Anliegen." Glückwünsche zum Geburtstag übermittelte auch Joachim Herrmann, der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion.

-fb-
Bericht: Landshuter Zeitung 03.02.2005
Bilder: Michael Ebner