Ein Muss für Faschingsfreunde
Faschingsball der Hilfsorganisationen im Saal der Hauptfeuerwache war gut besucht Unverkrampft und ausgelassen war die Stimmung beim Ball der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, der Polizei und der Wasserwacht am Samstag im Saal der Hauptfeuerwache an der Niedermayerstaße. Die Showtanzgruppe Zwengs da Gaudi brachte mit ihrem Programm die knapp 200 Besucher in Tanzstimmung. Ausgerichtet wurde der Ball von der Feuerwehr. Zu Beginn mochte noch keine rechte Faschingsstimmung aufkommen. Obwohl die Gäste durchaus Kreativität bei der Auswahl ihrer Kostüme bewiesen: Der Löschzug Achdorf der Feuerwehr beispielsweise hatte sich als Holzfällertruppe verkleidet und sogar einen Baumstamm mitgebracht. Gesprächsthema unter den Gästen war auch das originelle Kos tüm eines Pärchens, das als das Volksmusikerduo Die Wildecker Herzbuben verkleidet war. Jede Menge Mühe hat sich auch ein Paar gegeben, das die Zahnpastatuben Elmex und Aronal darstellte, mit silber gerillten Hüten als entsprechende Deckel. Die Band Shake Hands brachte mit Partyliedern und schwungvollen Walzern und Zwiefachen Bewegung auf die Tanzfläche. Die Showtanzgruppe Zwengs da Gaudi inszinierte ein Programm, das sich durch viele aufwändige Kostüm- und Requisitenwechsel auszeichnete. Das Außergewöhnliche an der Gruppe: Nicht wie bei anderen Showtanzgruppen schleuderten junge Mädchen ihre Beine in die Luft. Stattdessen handelte es sich bei den Frauen um Hausfrauen und Mütter. Das Thema Haushalt und Kinder stellten sie auch in ihrem Programm dar.

Zu dem gleichnamigen Lied von Ralf Bendix führten sie den "Babysitter Boogie" auf, in zartrosa oder babyblau getreiften Hemdchen, weißen Bundhosen und Mützchen. Mit Putzlappen, Besen und langen Putzkitteln waren sie davor auf der Bühne erschienen. In vielen kleinen Tanzepisoden hat sich wohl so manche Frau im Saal, deren vielfälltige Aufgaben im Haushalt zu wenig respektiert werden, wiedergefunden. Der Text des Liedes der Interpretin Johanna von Koczian lautete entsprechend: "Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann".
Doch die langen Kittel, die der Figur nicht gerade schmeichelten, fielen dann, nämlich zu "You can leave your head on" von Joe Cocker. Und dann zeigten die Frauen zwischen 21 und 50 Jahren, dass sie nicht nur Geschichten flapsig und humorvoll erzählen können, sondern auch tänzerisch Einiges zu bieten haben, auch wenn nicht jeder Schritt passte und es zum Teil an der Synchronität fehlte. Sogar Wurf- und Hebefiguren waren in der Choreographie enthalten, und nicht zuletzt die bekannte Schlager- und Popmusik animierte auch das zahlreich erschienene junge Publikum zum Mitklatschen. Die Showeinlage des Technischen Hilfswerks musste zuerst um etwa eine halbe Stunde verschoben werden, da vier Feuerwehrmänner zu einem Einsatz ausrücken mussten. An der Maximilianstraße waren zwei Autos frontal ineinander gefahren. Die Straße musste von ausgelaufener Kühlflüssigkeit und Motoröl gereinigt werden.
Dann führte das Technische Hilfswerk eine etwas andere Version des Märchens "Schneewittchen und die sieben Zwerge" auf. Dabei wurde Schneewittchen nicht von dem Prinzen auf dem weißen Pferd geretten, sondern vom Prinzen auf dem blauen, etwa ein Meter hohen THW-Mofa. Die Zwerge mit Sonnenbrille sowie Prinz und Schneewittchen in Hawaiikleidung feierten die Rettung der Königstochter und verabschiedeten sich mit einem Limbotanz von der Bühne.

Landshuter Zeitung 31.01.2005
-so-